Ziel der australischen Studie war, die bakterielle Kontamination von Sportmundschutzen von Kindern unter 12 Jahren und deren Aufbewahrungsboxen zu bewerten und zu untersuchen, wie Abnutzung und unsachgemäße Handhabung die bakterielle Anhaftung und die Biofilmbildung beeinflussen. Dazu sammelten die Forschenden der Swinburne University of Technology in Melbourne Mundschutze und Aufbewahrungsboxen von 10 australischen Nachwuchs-Footballspielern unter 12 Jahren.
Unmittelbar vor einer Trainingseinheit entnahmen sie Proben von der Oberfläche des jeweiligen Mundschutzes und dem Aufbewahrungsbehälter. Zungen-, Wangen- und Gaumenabstriche wurden ebenfalls genommen, um zu sehen, ob die Bakterien mit denen auf den Mundschutzen übereinstimmten oder sich unterschieden. Kultivierbare Bakterienisolate wurden mittels 16S-rRNA-Sequenzierung identifiziert. Die Biofilmbildung wurde mit Kristallviolett-Färbung untersucht. Die Oberflächenrauheit wurde per 3D-Profilometrie gemessen und die bakterielle Besiedlung mittels Rasterelektronenmikroskopie (REM) visualisiert. Die Reinigungswirkung testete das Team durch mechanisches Zähneputzen mit Zahnpasta und anschließendem Spülen mit Wasser. Im Ergebnis wurden 38 kultivierbare Bakterienisolate aus 13 Gattungen identifiziert, wobei Pseudomonas putida am häufigsten vorkam. Die meisten Isolate stammten aus der Umwelt, was auf eine Kontamination durch unsachgemäße Handhabung und Lagerung hindeutet. Gebrauchte Mundschutzschienen wiesen eine signifikant erhöhte Oberflächenrauigkeit auf (Ra = 173,88 μm) als neue (Ra = 0,713 μm), was mit einer verstärkten bakteriellen Adhäsion korrelierte. Rasterelektronenmikroskopische Aufnahmen zeigten eine etwa achtfach höhere bakterielle Besiedlung auf den abgenutzten Oberflächen. Durch mechanische Reinigung mit Zahnbürste und Zahnpasta konnten 98 Prozent, durch Abspülen mit Wasser nur 60 bis 70 Prozent der Bakterien entfernt werden. Auch alkoholhaltige Mundspülungen, Wasserstoffperoxid-Mundspülungen und Prothesenreinigungstabletten beseitigten nicht alle Bakterien. „Wir fanden etwa 17 potenziell schädliche Bakterienarten auf den Mundschutzschienen und in den Boxen“, schreiben die Autorinnen und Autoren. „Einige davon werden mit Zahnfleischerkrankungen, Karies, Mundinfektionen und sogar Atemwegsinfektionen in Verbindung gebracht, wenn sie eingeatmet werden.“ Unter Vergrößerung sei deutlich zu erkennen gewesen, dass mit der Zeit Kauen, Kontakt und unsachgemäße Aufbewahrung (wie das Hineinwerfen in die Sporttasche) das Material des Mundschutzes zerkratze und so die Anhaftung von Bakterien begünstige: „Durch die Rauheit der Mundschutzoberflächen entstanden winzige Rillen und Vertiefungen – perfekte Verstecke für Bakterien, an denen sie sich festsetzen und vermehren konnten.“
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