Schützt Lycopin vor schwerer Parodontitis?

Wahrscheinlichkeit für Parodontitis war um zwei Drittel reduziert

Eine neue Studie von Forschenden aus den USA hat ergeben, dass eine unzureichende Lycopinaufnahme über die Nahrung mit einem höheren Risiko für Parodontitis mit höherem Schweregrad/fortgeschrittenem Stadium bei Erwachsenen verbunden sein könnte.

Beteiligt an der Studie waren das Connecticut College, die Tulane University in New Orleans, die University of California San Diego, die Southern Illinois University und das Louisiana State University Health Sciences Center sowie die die Yunnan University in China.

Der rote Pflanzenfarbstoff (Carotinoid) steckt vor allem in Tomaten, aber zum Beispiel auch in Wassermelone, Grapefruit und anderen roten Früchten. Zusätzlich wurden auch Unterschiede in den Risikomustern je nach ethnischer Zugehörigkeit und Geschlecht beobachtet.

Für die Studie analysierten die Forschenden Daten von 1.227 Teilnehmenden des National Health and Nutrition Examination Survey (2009–2014) im Alter von 65 bis 79 Jahren. Fast die Hälfte (48,7 Prozent) der älteren Erwachsenen in der Studie litt an einer gewissen Form von Parodontitis, und 49,1 Prozent nahmen über die Nahrung zu wenig Lycopin zu sich.

Nach Bereinigung um Alter, Geschlecht, ethnische Zugehörigkeit, Raucherstatus und Bildungsstand zeigte sich, dass ältere Erwachsene mit ausreichender Lycopinaufnahme im Vergleich zu Personen mit unzureichender Aufnahme rund zwei Drittel niedrigere Odds für schwere Parodontitis hatten.

Zudem traten Unterschiede nach Geschlecht und den in der Erhebung verwendeten Kategorien zur ethnischen Zugehörigkeit auf. Schwere Parodontitis wurde häufiger bei Männern sowie bei Teilnehmenden beobachtet, die in der Erhebung als „nicht-hispanisch schwarz“ kategorisiert wurden, als bei Teilnehmenden, die nicht in diese Kategorie fielen (Odds Ratio 2,82; 95 % KI 1,46–5,45).

Frauen hatten niedrigere Odds für schwere Parodontitis als Männer (Odds Ratio 0,27; 95 % KI 0,14–0,55). In der Gruppe der als „nicht-hispanisch weiß“ kategorisierten Teilnehmenden waren sowohl das weibliche Geschlecht als auch eine ausreichende Lycopinaufnahme mit niedrigeren Odds assoziiert. In der Gruppe der als „nicht-hispanisch schwarz“ kategorisierten Teilnehmenden zeigte sich dieser Zusammenhang für Lycopin nicht in gleicher Weise, was auf Unterschiede im Risikomuster hindeuten könnte.

Die Autorinnen und Autoren erklären, dass Lycopin in der Ernährung ein wichtiger modifizierbarer Faktor für die Prävention schwerer Zahnfleischerkrankungen bei älteren Erwachsenen sein könnte. Da es sich jedoch um eine Querschnittsstudie handelt, könne keine Kausalität festgestellt werden.

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